Druckansicht - Freitag 30. Juli 2010

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KOO und Caritas begrüßen Sozialenzyklika

 

Bischof Ludwig Schwarz: "Klare Positionierung der Kirche in der gegenwärtigen Krise"

 

Wien (KAP) Die Sozialorganisationen der katholischen Kirche in Österreich begrüßen die neue Sozialenzyklika "Caritas in veritate" uneingeschränkt. Der Linzer Diözesanbischof und Vorsitzende der "Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission" (KOO), Ludwig Schwarz, betonte: "Der Papst behandelt mit diesem Lehrschreiben die drängenden Herausforderungen der Globalisierung und positioniert so die katholische Kirche im Hinblick auf die Finanz-, Wirtschafts- und Klimakrise. In der globalisierten Gesellschaft braucht es Entwicklung und Solidarität mit den Armen, damit Stabilität, Frieden und Demokratie gesichert werden".


KOO-Geschäftsführer Heinz Hödl fügte hinzu, dass die Enzyklika eine "wertvolle Unterstützung für die Aufgaben der Entwicklungszusammenarbeit" darstelle. Es gehe darum, vom christlichen Menschenbild her "mit spiritueller und moralischer Kraft" Hunger und Armut zu überwinden. Die für die Arbeit der KOO zentrale Kategorie der Nächstenliebe werde vom Papst in der Enzyklika zu Recht eng mit den Fragen der Entwicklung, der Solidarität und der Gerechtigkeit verknüpft, so Hödl.


Angesichts der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise sei es dringend notwendig, den Aufruf des Papstes aufzugreifen und das derzeitige Entwicklungsmodell einer Revision im Blick auf die Armen in der Welt zu unterziehen. Die Entwicklungszusammenarbeit nehme in der Enzyklika eine wichtige Rolle ein. Damit unterstreiche der Papst die "vorrangige biblische Option für die Armen" so Hödl.


Caritas: "Zeitgemäße Antwort"


Als "klare, fundierte Analyse und zeitgemäße Antwort auf die Probleme unserer Zeit" hat Caritas-Präsident Franz Küberl die neue Sozialenzyklika gewertet. Die Enzyklika befasse sich mit sozialen Fragen wie Hunger, Armut und Arbeitslosigkeit, aber auch mit den Folgen der Wirtschaftskrise, so Küberl in einer ersten Reaktion nach der Veröffentlichung des Papst-Schreibens.


In der päpstlichen Aufforderung zum Kampf gegen den Hunger sieht der Caritas-Präsident einen "ethischen Imperativ für die Weltkirche". Benedikt XVI. stelle einerseits fest, dass Globalisierung vom Grunde her weder weder gut noch schlecht sei, er nehme aber auch die Wirtschaft und die Staatengemeinschaft in die Pflicht, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. Küberl: "Das betrifft insbesondere so brennende Herausforderungen wie den Zugang zu Wasser, die Ausbeutung von Bodenschätzen und Energiequellen in Entwicklungsländern und die Bewahrung der Umwelt für die nachfolgenden Generationen".


Mit der Enzyklika fordere der Papst die Wirtschaft dazu auf, "die unerträgliche Schieflage im globalen Dorf raschest zurechtzurücken", meinte der Caritas-Präsident: "Es kann nicht sein, dass sich die reichen Länder des 'Nordens' die Rosinen aus dem Weltgugelhupf picken, während die Menschen in den ärmsten Ländern des 'Südens' nicht einmal Brösel davon zu essen haben".


Positiv wertete Küberl auch die Passagen zur Bedeutung der Zivilgesellschaft in der Enzyklika. Der Papst stärke damit der Zivilgesellschaft den Rücken, fordere aber auch jeden einzelnen dazu auf, seinen Beitrag zu mehr Gerechtigkeit in der Welt zu leisten. Benedikt XVI. habe den Menschen erneut "ins Stammbuch geschrieben, dass Solidarität und Geschwisterlichkeit nicht an der eigenen Haustüre enden", so Küberl.

 

 

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